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Es war einmal im Januar 2005 eine Benefizveranstaltung im Werkhof Hagen-Hohenlimburg initiert von Stefan "Nuki" Danielak und seinen Freunden, bei der auch Milla Kapolke als Gast auftreten sollte. Nuki und Milla kamen ins Gespräch und stellten dabei fest, dass sie beide große Lust hatten, gemeinsam mal ein paar GROBSCHNITT Lieder zu spielen. Der eine, weil er es immer schon mal wollte und der andere, weil er es schon soooo lange nicht mehr gemacht hatte und meinte, es wäre mal wieder an der Zeit.
Milla fragte seinen alten WG Kumpel und Mitstreiter Deva Tattva, ob er Lust hätte mitzuspielen, und da er alter Grobschnitt-Fan war und die beiden schon länger überlegt hatten, ein neues Projekt zu starten, war auch schon ein begeisterter Keyboarder gefunden. Der nächste im Bunde war Millas Sohn Manu, der schon lange auf die Gelegenheit gewartet hatte, bei so einem Projekt mitzumischen.
Jetzt fehlte nur noch ein Schlagzeuger, und erster Ansprechpartner war natürlich der langjährige Grobschnitt Trommler Rolf "Admiral Top Sahne" Möller, der angesagte Drummer der heimischen Musikszene und sowohl mit Nuki bei diversen Bands als auch mit Milla bei GREEN aktiv. Bei ihm fragte man nun vorsichtig nach, ob er bei so einem unsicheren Versuch mitmachen würde. Rolf war sofort begeistert und die fünf begaben sich in den Proberaum von Millas und Tattvas WG in Hückeswagen und fingen an, voller Enthusiasmus die ersten Grobschnitt Stücke einzuüben.
Mit dem Gesang wechselte man sich ab, wobei Milla einen großen Teil der Passagen übernahm. Man hatte sich bei dem Projekt auf 4 Dinge geeinigt:

  1. Es sollte nicht Grobschnitt heißen.
  2. Man wollte versuchen, alles so genau und detailgetreu zu spielen, wie es möglich war.
  3. Man wollte eher die "langen, schwierigen, progressiven" Stücke spielen und weniger die „songhaften“ Titel der späteren Jahre.
  4. Man wollte, um dem Ganzen einen einheitlichen Anstrich zu geben, nur noch Englisch singen, was bei vielen Stücken kein Problem war, da sie ja ohnehin in Englisch waren und bei den Titeln aus der deutschen Phase dazu führte, dass Milla zu diesen Stücken neue englische Texte schrieb.
So wurde also einige Monate mit viel Spaß und Freude geprobt. Dann kam die Idee, doch mal Toni Moff Mollo zu fragen, ob er nicht Lust habe, einen Teil des Gesangs zu übernehmen. Toni kam vorbei, sah und sang mit.
Bei der „detailgetreuen“ Entdeckung der Grobschnitt Musik fehlten allerdings immer wieder die Percussioninstrumente. Sie waren auf den Studioversionen reichlich vorhanden und wichtiger Bestandteil der Arrangements, live aber früher oft nicht umsetzbar gewesen. Das sollte sich jetzt ändern und Tattvas Sohn Demian, seines Zeichens Schlagzeuger und WG Mitglied, wurde als Percussionist angeheuert.
In dieser Besetzung übte die Band ca ein Jahr lang jeweils an den Wochenenden, bis sie das Gerüst des späteren Liveprogramms schon recht passabel und mit viel Spaß an der Musik spielen konnte.
Schon zu Beginn des Projekts hatte es immer wieder die Idee gegeben, Willi Wildschwein einzuladen und ihn zu fragen, ob er nicht doch Lust hätte mitzumachen. Vor allem Sohn Nuki wartete nur auf den geeigneten Zeitpunkt. Schließlich war es Rolf "A.T.S." Möller vorbehalten, ihn zu fragen und tatsächlich erschien Willi im Januar 2006 zu einer Probe, skeptisch und vorsichtshalber mit dem eigenen Auto, damit er jederzeit wieder die Gelegenheit hätte, zu flüchten. Es kam aber ganz anders, denn kaum hatte die Band ein paar Takte gespielt, hatte Willi auch schon das Mikro in der Hand und übernahm voller Begeisterung „seine“ Gesangsparts.
Von da an wurde auch für die Band alles ganz anders, denn in der Besetzung und mit der Stimme konnten von den oben genannten Punkten nur noch der zweite und dritte erhalten bleiben. Die Band konnte jetzt nur noch GROBSCHNITT heißen, alles andere wäre eine Farce gewesen und die Titel mussten jetzt auch in der Sprache gesungen werden, wie man sie von Grobschnitt kannte. Von nun an wurde noch intensiver geübt. Erstens, weil mit Wildschwein ein kritischer Zuhörer mehr im Proberaum stand, der jeden Fehler sofort bemerkte und zweitens, weil man sich bei der Namensentscheidung der großen Verantwortung und Erwartungshaltung durchaus bewusst war.
Die ersten Liveauftritte sollten als Test dienen. Man machte im Mai 2007 Termine im Hohenlimburger Werkhof und gab den langjährigen Fans über den Fan-Newsletter die Möglichkeit, auf einer nicht öffentlichen, internen Veranstaltung die neue Besetzung zu begutachten. Die Reaktion der Fans war überwältigend und wie es jetzt weitergeht, werdet ihr stets auf diesen Seite erfahren.


Es gibt aber nun immer verschiedene Betrachtungsweisen der Wirklichkeit, und das war eine.


Eine andere hat unser lieber Freund Günni Klößinger beschrieben und für ihn geht die Geschichte so:


Es war einmal, und ist doch noch nicht so lange her, da zog eine verwegene Truppe märchenhafter Rocker durch die Lande. Sie rockten überall, in kleinen Scheunen und in großen Arenen. Die Menschen liebten die wilde Truppe für die Geschichten, die der bunte Haufen mit viel Musik zu erzählen wusste:
es waren zarte, poetische Weisen und Legenden von Kindern, Narren, Marabus, aber auch traurige Erzählungen von der Macht, die gern auf bunte, verwegene Fantasten einknüppelte - und doch: am Ende jeder Vorstellung fand unsere Musikantenschar gemeinsam mit ihren Zuhörern gemeinsam zurück zum Licht.
Die Spielleute waren nämlich viel mehr als nur Musiker: sie verstanden es, das Sonnenlicht in Klänge zu verwandeln.
Jedesmal, wenn sie das alte Mysterienspiel vom "Sonnentanz" aufführten, verschwand die Welt zunächst im Dunkel, um dann wieder zu erstehen - in jenen die sahen und lauschten, und um sie herum.
Lange, lange Jahre erfreuten die Gaukler die Herzen der Menschen, doch in einer bitter kalten Winternacht im Hagen des Jahres 1989 A.D. beschworen sie zum letzten Mal den Sonnengott, kämpften zum letzten Mal den Uhrkampf und hielten zum letzten Mal die Uhr einfach an.

Die Zeiten hatten sich verwandelt: immer schwerer wurde es für das fahrende Volk, von der Freude, die sie anderen brachten, zu leben. Immer weniger Menschen wagten, der Macht ihre Phantasie entgegen zu setzen, die nun mit Worten und Phrasen auf die Leute eindrosch und knüppelte:

"Leistung - Wirtschaft - Wachstum - Leistung - Wirtschaft - Wachstum..." versuchte man durch ständige Wiederholung in die Köpfe aller zu hämmern

Kinder und Narren wurden immer mehr nur belächelt, an große Märchenvögel glaubte keiner mehr und es wurde immer gefährlicher, die Macht zu kritisieren. Der Herzschlag war nicht mehr der Rhythmus, vielmehr gab die Industrie den Takt an: "Schufte - Kauf - Schufte - Kauf..." dröhnte es im Techno-Beat aus den Lautsprechern der Tempel des Konsums....
...die Macht rieb sich die Hände und freute sich: die bunten Flausen waren scheinbar aus den wirren Poesieköpfen weggeschwemmt worden und nur noch ein paar vernachlässigbare Spinner bevorzugten es, ihre Träume zu leben, statt den Erfordernissen der selbsternannten Könige der Welt nachzukommen.
Was war aber aus unserer verwegenen Truppe geworden? Viele, viele Jahre hielten sie es durch, ihre Träume zu leben und ihren Kindern davon zu erzählen. Ihre Kinder begannen, mit ihnen zu träumen und eines Tages fand man wieder zusammen und alle träumten miteinander. Schließlich wagte man sich wieder an die Instrumente. Nur langsam und spärlich drang die Kunde durch das Land, dass die alte, wilde Truppe wieder begann, ihre Geschichten zu erzählen. Viele bekamen dadurch wieder Mut, ihre Träume auszuleben und es stellte sich heraus, dass es doch noch genügend Fantasten gab, die nur darauf warteten, ihre wilde Gruppe wieder zu sehen und zu hören.

Und nun, am denkwürdigen Abend des 18. Mai 2007 A.D. war es so weit:

Die Sonne erklang wieder - sie erstrahlte in völlig neuem Glanz und die Fantasten tanzten erneut den Sonnentanz. Die Kraft der Träume wurde in aller ihrer Urgewalt wieder fühlbar und so war allen klar: es wird weiter gehen und die gute, alte, verwegene Gruppe, die doch ganz neu war, begann, wieder durch die Lande zu ziehen.
Nur ein weiteres Revival einer weiteren Rockgruppe? Nein, bedeutend mehr als das: hier geht es um das Wiedererstehen der Träume! Endlich nehmen wir das Klatschen EINER Hand wieder als Ton wahr und die Illusion des Spiegels an der Wand zeigt uns heute: reifer, weiterentwickelt - und doch mit den alten Träumen!
 
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